Bewerber Positionierung

Bewerben – „Es lieber allen recht machen wollen – oder sich mutig positionieren?“

Emolution

In meiner täglichen Praxis erlebe ich stark verunsicherte Menschen, die ansonsten in ihrem Job extrem selbstsicher und professionell agieren. Wenn es darum geht, die eigene Arbeitskraft „zu vermarkten“ stehen aber oft selbst Marketing – Professionals vor schier unlösbaren Problemen – „wie stelle ich mich bzw. meine Arbeitskraft bestmöglich dar?“

Von „Ich weiß ja nicht, wer meinen Lebenslauf liest, deshalb versuche ich ihn so breit wie möglich zu gestalten.“ bis zu „Ich hab mich an einem Muster aus dem Internet orientiert und meine Inhalte ergänzt.“ und „Ich will unbedingt auffallen.“ Höre ich nahezu tagtäglich alle Variationen …. Und das nicht nur von Marketingspezialisten, die meist überrascht sind darüber, wie schwer ihnen diese Selbstvermarktung fällt, nein, meist von Technikern, Vertriebspersönlichkeiten, Finanzexperten aber auch HR-Experten. Woran liegt es, dass es uns quer durch alle Fachexpertisen und quer durhc alle Erfahrungslevels so schwer fällt, DIEPERFEKTE BEWERBUNG zu erstellen?

Nun ja, vielleicht, weil es DIE perfekte Bewerbung nicht gibt, vielleicht weil der antizipierte Vergleich mit anderen mitbewerbenden KonkurrentInnen den Blick auf eigene Stärken verdeckt, vielleicht auch weil wir nichts FALSCH machen wollen…..

Fragen Sie zehn Experten, wie der perfekte Lebenslauf gestaltet sein muss und Sie werden elf verschiedene Antworten erhalten ….. Worum geht es aber wirklich? Der Lebenslauf muss natürlich inhaltlich richtig und weitgehend lückenlos sein, das ist klar. Aber ansonsten dient er AUSSCHLIESSLICH dazu, zu einem persönlichen Gespräch eingeladen zu werden!

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Deshalb ist der perfekte Lebenslauf jener, der dieses Ziel erreicht…… und das kann in der Ausgestaltung des Lebenslaufs völlig unterschiedliche Formen annehmen. Damit aber nicht genug der Schwierigkeit …. Er muss auch einen KORREKTEN Eindruck von mir als Person widerspiegeln … sonst nützt mir nämlich die Einladung zum Kennenlerngespräch nichts …. Mein Gesprächspartner muss – wenn er mich kennenlernt – das Gefühl haben, dass das was er zuvor im Lebenslauf gelesen hat, genau das ist, was ich gerade erzähle ….  Eine diesbezügliche Kongruenz schafft Vertrauen und wird das Bauchgefühl meines Gegenübers wohlgesinnt stimmen und meine Chancen auf den Job dramatisch verbessern.

Jeder Bewerber sollte sich daher im Vorfeld fragen, was kann ich an Erfahrungen, Ausbildung, Fertigkeiten und Persönlichkeit zum Nutzen eines Arbeitgebers bzw. einer Funktion bestmöglich inhaltlich richtig und vor allem optisch so ansprechend darstellen, dass meine Chancen auf eine Einladung am größten sind?

Machen Sie sich die Mühe und entwerfen Sie zwei oder drei Varianten Ihres Lebenslaufs und legen Sie sie nebeneinander, vermischen Sie gegebenenfalls die Versionen und ordnen Sie sie neu zusammen. Sie werden sehen, das Endergebnis wird immens differieren von allen Ursprungsversionen und Sie werden sich am Ende in Ihrer Gesamtpersönlichkeit wiederfinden, diese Erfahrung mache ich täglich mit überraschten BewerberInnen und KandidatInnen, die sich diese Mühe gemacht haben!